Laura, die Erste
Nationalspielerin Laura Kluge ist die erste deutsche Stürmerin in der Professional Womens Hockey League (PWHL). Mit dem Wechsel zu den Toronto Sceptres fügte die gebürtige Berlinerin ihrer Karriere einen weiteren besonderen Meilenstein hinzu.
„Laura war bei so vielem die Erste.“ Dieser Satz von Kathrin Fring hat es einfach in sich. Fring, 15 Jahre Spielerin in der Deutschen Frauen-Eishockey-Liga (DFEL) für Berlin und heute Co-Trainerin des Frauenteams der Eisbären, hat ihn kürzlich ganz nebenbei formuliert. Sie weiß, wovon sie redet. Sie begleitet die derzeit vielleicht beste deutsche Eishockeyspielerin bereits seit über 15 Jahren, seit deren Debüt in der Eishockeybundesliga mit 14 Jahren in der Saison 2009/10.
Zwei Meilensteine in der bisherigen Karriere von Laura Kluge sind dabei besonders bemerkenswert: Zeitgleich mit ihrer ersten Spielzeit in der DFEL wechselte sie 2009 an die Eliteschule des Sports in Hohenschönhausen. Als erstes Mädchen, das bereits vor Klasse elf dort aufgenommen wurde und einen der raren Spezialausbildungsplätze erhielt. Wie außergewöhnlich das ist, zeigt der Fakt, dass erst zum laufenden Schuljahr 2024/25 die nächsten zwei Eishockeyspielerinnen dieses Glück hatten. „Mir war das damals nicht bewusst“, sagt Kluge heute. „Es freut mich natürlich, dass ich eine Vorreiterfunktion übernommen habe und jetzt auch andere Mädchen die Chance bekommen.“
Gut 15 Jahre später wurde sie nach Torhüterin Sandra Abstreiter die erste deutsche Eishockeyspielerin in der Professional Women’s Hockey League (PWHL). Und damit die erste, die wirklich spielt. Damit ist sie auch die erste Eishockeyspielerin aus dem so berühmten Eisbären-Nachwuchs in Hohenschönhausen, die dort auch mit dem Eishockey begann und es am Ende in die beste Liga der Welt schaffte. Einige wurden gedraftet, andere spielten nur ein paar Jahre für die Hohenschönhausener. Laura Kluge aber durchlief von den Bambinis bis zur U15 alle Nachwuchsteams der Eisbären, wechselte erst danach fest zu den OSC Eisladies.
„Für mich spielt das eigentlich keine Rolle, ob ich die Erste bin oder Zehnte. Mich freut es einfach nur“, sagt die 28-Jährige. Und diese Freude bestimmte vor allem in den vergangenen zwei Monaten ihr Leben. „Jeden Tag passiert etwas, bei dem ich mich frage, ob das jetzt wirklich real ist“, sagt Kluge.